Sonntag, 27. August 2017

Eine Ode an mein Töchterchen....

Liebes Töchterchen, nachdem wir heute wieder zusammen hielten, einander verstanden un dich hier ja auch schon eine Ode bekam, zwar nicht von Dir, aber ich möchte Dir eine schreiben!

Ich kenne Dich seit 2010-2011 flüchtig, in 2012 wurdest Du immer wichtiger und wichtiger und wichtiger. Ich trennte mich von dem, was mich 10 Jahre belastet hat, sagen wir 8 der 10 Jahre, wir wollen nicht ungerecht sein. 

Bis dahin kannte ich die Stadt, in die ich zog, nur von Shopping Meilen (auf die ich nie Lust hatte) und von Lokalitäten, wo man sinnfrei Geld ausgeben konnte. Berlin von seiner eigenen Seite, wie ich es durch Dich kennen lernte, hatte ich bis Dato nicht gekannt. Wir haben uns vorsichtig rangetastet, gerade weil wir anders sind und doch so verbunden. Wir haben uns nie geliebt, nie begehrt, nie war etwas da wie ein Zauber der Liebe. Aber es war ein viel schönerer Zauber da, der Zauber der Freundschaft. Wir haben in guten, wie in schlechten Tagen zusammengehalten, haben gelernt den anderen zu verstehen, denn obwohl wir so unterschiedlich waren, waren wir uns auch oft ähnlich.

Bei uns war nie jemand sauer, weil man eine Verabredung 3-4 Stunden vorher abgesagt hat, weil wir den Grund dafür kannten. 

Als Du dann jeden Tag nach Neukölln gefahren bist, hatte ich ein wenig Angst, dass es mehr ist, aber es war und ist "nur" (und ich verfluche das Wort gerade) eine Freundschaft. Als Du mich in Tegel besuchtest und die Schwester sagte: "Das ist aber nett, dass Ihre Tochter sie abholt...", war Dein Spitzname besiegelt. Du hast mich mit Deinem Glauben an mich, zu einem anderen Menschen gemacht.

Deine Angst vor dem Schritt, dass ich nach Augsburg ging, war nicht unbegründet, Deine Kritik an der Person mehr als wichtig und sie führte mit allem Erlebten auch zum Unausweichlichen. Es war eine schöne Zeit hier, es war der richtige Schritt für mich, aber der falsche Mensch, dem ich mein Vertrauen versuchte zu schenken.

Du hast mich immer wieder bestärkt, mich kritisiert und genau dafür mag ich Dich als meine "Freundin". Das erwarte ich von jedem guten Freund, auch von Manu, Esther, Susanne, Karin. Meinen wirklich engsten Vertrauten. Und natürlich, Gott habe ihn wohl, von meinem Engel.

Du bist ein Mensch, den ich mir nicht mehr, auch trotz der Entfernung aus meinem Leben wegdenken möchte, ich möchte immer wissen, dass du da bist, daher auch meine Entscheidung im März 2014. Wärst Du nicht da gewesen, ich weiß nicht, ob ich nicht anders entschieden hätte. Du und noch eine Person haben mir das Leben gerettet und dafür bin ich Euch unendlich dankbar. Das ist kein Vorwurf an die Menschen, die es nicht getan haben, sondern nur ein explizites Lob an die, die es getan haben und Gott weiß, ich war nicht einfach in der Zeit.

Ich habe hier unten viele tolle Menschen kennengelernt, ein paar wenige haben sich den Weg geebnet, aber ich will nicht vergleichen. Du bist mein wundervollster Mensch, ohne Liebe für einen Partner, ohne das Begehr mehr von ihm zu wollen,  Sondern einfach nur, um gemeinsam das Leben des Anderen zu ergänzen und wertvoller zu machen.

Mann muss in einer Partnerschaft und auch in einer Freundschaft nicht immer einer Meinung sein, mann kann sich kappeln, streiten, wütend sein. Aber man darf nie vergessen, was der jeweils andere für einen getan hat und wie wertvoll er war und ist. Und genau das werde ich Dir nie vergessen.

Ich vermisse unsere Spaziergänge von 10-20km durch die Stadt, um den See, ich vermisse den Döner, den Inder und doch war es für mich die richtige Entscheidung, auch wenn Du mir sehr oft fehlst.

Aber Du bist und wirst immer meine liebste Freundin sein und mein Töchterchen...

Dein Ole

Kommentare:

  1. Ich kann nicht mehr, ich weine gerade... gleich kommt bestimmt wieder: Der wusste immer schon, wie er mit Worten umzugehen hat... ja weiß er und er weiß was Menschen verdienen! Aber kein Wort aus seinem Mund klang bisher, billig, ungewollt, gezwungen, oder zum Erreichen einer Tatsache bestimmt und da pflichtet mit Karin sicher heute Nacht noch zu, zumal wir gerade telefonieren....

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  2. Liebe Esther, lieber Ole, ich pflichte Euch bei. Nie war ich in einer Ungewissheit, Ole sprach von Anfang an über den anderen Menschen. Ich wusste worauf ich mich einlasse, leere Worte kenne ich eher von Anderen... schlaft alle gut und Töchterchen, ein schöneres Lob kann ein Mensch wohl kaum erfahren oder?

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  3. Paps, bin grad sprachlos...

    Ich weiß gar nicht womit ich das verdient habe...

    Leider fehlt mir grad die Zeit, somit sage ich "nur", herzlichen Dank, mein liebster Paps!

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  4. Oh Onkelchen, dass hast Du wunderschön geschrieben, sooo wunderschön... hab Dich lieb und der Freitag war ganz toll mit Dir!!! Schade, dass es Sonntag nicht geklappt hat :-(

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